Wenn das Modell nicht mehr so spannend ist

20.04.09 / Wissen / Author: admin

Immer wieder hört man davon, dass Tierversuche durchgeführt werden obwohl eine Nachbildung von menschlichen Körperteilen viel mehr Erkenntnisse liefern könnte. Aber eine Nachbildung bzw. ein Model lebt ja nicht und scheint sadistischen Forschern daher nicht mehr zu genügen!
Es wird vermutet, dass Mittelohrentzündungen bei Kindern unter anderem durch Rückfluss aus dem Magen verursacht wird. In einer Studie der Hals-Nasen-Ohren-Klinik in Bochum wird bei 17 Gerbils (Wüstenrennmäuse) der Dünndarm abgebunden und der Magen mit Tinte gefüllt. Bei Druck auf den Magen ergießt sich die Farbe in die Speiseröhre, den Kehlkopf, den Nasen-Rachenraum bis in das Mittelohr. Anschließend werden die Gerbils getötet und die Herren Forscher wissen, dass bei einem Gerbil mit abgebundenem Dünndarm der Mageninhalt bis ins Mittelohr vordringen kann. Ob dies beim Kleinkind genauso ist, bleibt Spekulation. Ein anatomisches Modell eines Kinderkopfes hätte hier sinnvollen Aufschluss gegeben.
An der neurochirurgischen Klinik in Mainz hat man ein Experiment zu einer mechanischen Fragestellung zunächst tatsächlich mit einem menschlichen Schädel gemacht. Dann wurden zusätzlich noch sechs Schweine umgebracht. Es ging um den Verschluss von Löchern im Schädelknochen. Betäubten Schweinen wurden zwei Löcher in den Schädelknochen gebohrt, die dann mit Silikonbällen gefüllt wurden. Um eventuelle Lecks aufzuspüren, wurde eine fluoreszierende Flüssigkeit zwischen Hirngewebe und Schädelknochen injiziert was dann zum tod der Tiere führte.

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